KOTTEN NIE GESCHICHTE

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In Gladbeck Ost an der Bülser Straße liegt der Kotten Nie. Er ist ein Zeuge der Gladbecker Stadtteilgeschichte, ein erhaltenswertes Überbleibsel aus der bäuerlichen Vergangenheit Gladbecks. Mit den Höfen Kruse, Dume und Hegemann gehörte der Hof Nie zum damaligen Oberhof Allinghof. 1574 wird im Vestischen Schatzzettel, einer Steuerliste des 16. Jahrhunderts, der Nie-Hof erwähnt. Hier wurden von den "Gladbeckerschen von den Nygen" (heute Nie) vier Reichstaler gefordert. Weiter erwähnt wird der Hof 1660 im Kurfürstlichen Lagerbuch und am 20.April 1698 im Taufregister Lambert. Aus jüngerer Zeit stammt eine Eintragung aus dem Jahre 1801, dem Hochzeitstag der Erbtochter Gertrud Nie mit dem Bottroper Hermann Kleine-Lohmann. 1909 verpachtet Kleine- Lohmann den Kotten Nie an den Bauern Anton Löns. Seit den 30-er Jahren ist die Stadt Gladbeck Eigentümerin des Gebäudes. Heute erinnert uns der Straßenname "Allinghof" an den ehemaligen Hofverband Allinghof. Seit dem 12.Februar 1985 steht der Hof unter Denkmalschutz.
Wiederaufbau des Kotten Nie Im Dezember 1984 wurde mit der Restaurierung des "Kotten Nie" begonnen. Der Hof "Kotten Nie" ist ein Verbleibsel aus der bäuerlichen Vergangenheit Gladbecks. Erhalten geblieben ist vom ehemaligen Hof Nie das Bauernhaus. Es ist ein für den Hellwegraum typisches Vierständer-Fachwerk-Haupthaus. Die Restaurierung des Fachwerkhauses wurde im Rahmen eines Beschäftigungsprojektes von jungen Erwachsenen durchgeführt. Jeweils 12 Arbeitsplätze für junge Arbeitslose Arbeitnehmer und 2 Arbeitsplätze für Meister wurden während der 2-jährigen Restaurierungsphase eingerichtet. Die Teilnehmer verfügten zum Teil nur über eine geringe berufliche Qualifikation bzw. hatten zum Teil nach einer Berufsausbildung keine Arbeitsstelle gefunden und waren in der Regel längerfristig arbeitslos. Durch die Vielzahl von unterschiedlichen Tätigkeiten in diesem Projekt konnten die Teilnehmer handwerkliche Qualifikationen erwerben bzw. berufliche Kenntnisse vertiefen. Die beruflichen Chancen der jungen Arbeitslosen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sollten verbessert werden. Ihnen sollte der Einstieg in die Berufstätigkeit ermöglicht werden bzw. durch die Maßnahme konnten sie zum Teil die Voraussetzungen für eine berufliche Bildungsmaßnahme erlangen. Durch die Arbeit im Projekt lernten sie unterschiedliche handwerkliche Tätigkeiten aus verschiedenen Berufszweigen kennen, u.a. Stütz- und Demontagearbeiten Herstellen von Fundamenten Zimmerer- und Schreinerarbeiten - Maurer- und Putzarbeiten Maler- und Anstreicherarbeiten - Isolationsarbeiten Fliesenlegerarbeiten.
Das Projekt wurde sozialpädagogisch begleitet, um Probleme der Teilnehmer, die sich aus einer längerfristigen Arbeitslosigkeit ergaben, wie z. B. die Verschuldung und fehlende berufliche Perspektiven, aufzugreifen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Nach Beendigung der in der Regel einjährigen Beschäftigung fand ein Teil der Teilnehmer eine feste Arbeitsstelle, ein weiterer Teil strebte eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme an und ein weiterer Teil wurde erneut arbeitslos. Das Beschäftigungsprojekt konnte insgesamt als sinnvolle Maßnahme im Rahmen der Jugendberufshilfe eingestuft werden. Das Ergebnis dieses Projektes konnte auch unter Baufachleuten vorgezeigt werden. Nach zweijähriger Restaurierung des Fachwerkhauses stand dieses für ein neues Nutzungskonzept zur Verfügung. Entwickelt wurde ein modellhaftes Projekt wohnortnaher Freizeitgestaltung, Erholung und Begegnung in Gladbeck- Ost. Der Wirtschaftsbereich des Gebäudes - die Wohnung wird vom übrigen Teil unabhängig genutzt - und die angrenzende Grünfläche von ca. 10.000 qm standen für dieses Konzept zur Verfügung. Der größte Teil des Gesamtgeländes ist eine von Wegen durchzogene Grünfläche, die im Westen einen Bolzplatz und im Süden einen Bezirksspielplatz einschließt. Diese Freiflächen sollten an Attraktivität gewinnen. Für das Konzept der Neugestaltung der Freiflächen waren pädagogische Überlegungen im Freizeitbereich, Natur- und Umweltschutzgedanken und Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit bestimmend. Die Gestaltung der Freiflächen unterlag dem Konzept einer aktiven Nutzung. Natur und Grün sollten nicht nur bloß Wegbegleitung sein, sondern erlebbar werden. Dazu gehörte die Beteiligung der Bevölkerung im Stadtteil an der Gestaltung, Realisierung und Unterhaltung (Obstbäume, Gärten, Feuchtbiotop, Bauerngarten, Vogelschutz-hecken- Naturkunde, Naturschutz). Ausgehend von der Überlegung, Beschäftigungsprojekte für junge Erwachsene zu schaffen, wurde ein wesentlicher Bereich der Neugestaltung von der Projektgruppe Natur- und Umweltschutzarbeiten durchgeführt. Zehn junge Frauen, eine Garten- und Landschaftsgärtnerin und eine Sozialpädagogin waren seit Dezember 1987 in diesem Projekt über eine Allgemeine Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung für zwei Jahre tätig. Am 1.5.1988 begannen sechs junge Erwachsene und zwei Meister mit dem geplanten Bau weiterer Gebäude (Remise, Backhaus, Pferdestall) am Kotten Nie. Durch die Gebäude wurde das Bild einer ehemaligen Hofanlage vervoll-ständigt, gleichzeitig wurde in die Gesamtkonzeption die Haltung von heimischen Tieren aufgenommen, um Kindern und Jugendlichen aus dem innerstädtischen Bereich den natürlichen Umgang mit Tieren zu ermöglichen. Bisher wurden im Kotten Nie Hühner und Schafe gehalten, nach der Fertigstellung der Gebäude sollten dort Kaninchen, Ziegen und Pferde beheimatet werden. Die Ausstattung und Nutzung des Wirtschaftsteils des Kotten Nie trägt Werkstattcharakter, er lässt Nutzungen zu, die sonst nur schwer unterzubringen sind. So wurde nach Fertigstellung der Remise mit der Instandsetzung eines Planwagens, einer Kutsche und einer Segeljolle begonnen. Über das bisherige Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Kotten Nie - Töpfer-, Spinn-, Fahrrad-, Holz-, Naturschutzgruppe und Spiel- und Sportangebote unter dem Motto "Alte Spiele, neu entdeckt" - entstanden weitere Angebote nach der Fertigstellung der Bauphase. Das Angebot im Bereich stadtteilbezogener Kulturarbeit wurde erweitert. Der Kotten Nie konnte somit auch für kleinere Veranstaltungen, wie Konzerte, Informations-abende etc. zur Verfügung stehen. Der Kotten Nie wurde für alle Bevölkerungsgruppen im Stadtteil zu einer offenen Begegnungsstätte mit einem vielfältigen und interes-santen Angebot im Freizeitbereich. Zur Unterstützung des Vorhabens in ideeller und finanzieller Hinsicht wurde der am 24.April 1986 gegründete Verein zur Förderung der Jugend und Kultur e.V. einbezogen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Jugendamt hatten der Vorstand und weitere Mitglieder des Vereins auf ehrenamtlicher Basis die vorgenannten Projekte mit unterstützt bzw. eigenverantwortlich geführt. Der Verein wollte darüber hinaus weitere Projekte initiieren und langfristig Dauerarbeitsplätze schaffen. Das Projekt konnte nur durch erheblichen finanziellen Aufwand der Stadt Gladbeck und finanzielle Unterstützung des Landes und der Bundesanstalt für Arbeit realisiert werden.
Ausgehend von der Überlegung, Beschäftigungsprojekte für junge Erwachsene zu schaffen, wurde ein wesentlicher Bereich der Neugestaltung von der Projektgruppe Natur- und Umweltschutz-arbeiten durchgeführt. Zehn junge Frauen, eine Garten- und Landschaftsgärtnerin und eine Sozialpädagogin waren seit Dezember 1987 in diesem Projekt über eine Allgemeine Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung für zwei Jahre tätig.
Am 01.05.1988 begannen sechs junge Erwachsene und zwei Meister mit dem geplanten Bau weiterer Gebäude (Remise, Backhaus, Pferdestall) am Kotten Nie. Durch die Gebäude wurde das Bild einer ehemaligen Hofanlage vervollständigt, gleichzeitig wurde in die Gesamtkonzeption die Haltung von heimischen Tieren aufgenommen, um Kindern und Jugendlichen aus dem innerstädtischen Bereich den natürlichen Umgang mit Tieren zu ermöglichen. Bisher wurden im Kotten Nie Hühner und Schafe gehalten, nach der Fertigstellung der Gebäude sollten dort Kaninchen, Ziegen und Pferde beheimatet werden. Die Ausstattung und Nutzung des Wirtschaftsteils des Kotten Nie trägt Werkstattcharakter, er lässt Nutzungen zu, die sonst nur schwer unterzubringen sind. So wurde nach Fertigstellung der Remise mit der Instandsetzung eines Planwagens, einer Kutsche und einer Segeljolle begonnen. Über das bisherige Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Kotten Nie - Töpfer-, Spinn-, Fahrrad-, Holz-, Naturschutzgruppe und Spiel- und Sportangebote unter dem Motto "Alte Spiele, neu entdeckt" - entstanden weitere Angebote nach der Fertigstellung der Bauphase. Das Angebot im Bereich stadtteilbezogener Kulturarbeit wurde erweitert. Der Kotten Nie konnte somit auch für kleinere Veranstaltungen, wie Konzerte, Informationsabende etc. zur Verfügung stehen. Der Kotten Nie wurde für alle Bevölkerungsgruppen im Stadtteil zu einer offenen Begegnungsstätte mit einem vielfältigen und interessanten Angebot im Freizeitbereich. Zur Unterstützung des Vorhabens in ideeller und finanzieller Hinsicht wurde der am 24. April 1986 gegründete Verein zur Förderung der Jugend und Kultur e.V. einbezogen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Jugendamt hatten der Vorstand und weitere Mitglieder des Vereins auf ehrenamtlicher Basis die vorgenannten Projekte mit unterstützt bzw. eigenverantwortlich geführt. Der Verein wollte darüber hinaus weitere Projekte initiieren und langfristig Dauerarbeitsplätze schaffen. Das Projekt konnte nur durch erheblichen finanziellen Aufwand der Stadt Gladbeck und finanzielle Unterstützung des Landes und der Bundesanstalt für Arbeit realisiert werden.
Am Donnerstag, dem 04.Juli 1985, war es soweit: „Richtfest am Kotten Nie“ Grüne Zweige symbolisierten die Fertigstellung des ersten Abschnittes einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für arbeitslose Jugendliche, die am 01.Dezember 1984 begonnen wurde. Über den Erfolg konnten sich neben den 12 jungen Männern zwischen 19 und 21 Jahren auch Mauermeister Franz Körbel und Schreinermeister Arnold Siedlaczek, sowie Sozialarbeiterin Ingrid Klefke freuen. Weitere 18 Monate Restaurierungsarbeiten folgten. Bis der Kotten zu einem Denkmal werden kann, das an die bäuerliche Vergangenheit Gladbecks erinnert müssen noch Fensterrahmen, die Fachwerkkonstruktion des Tennen Tores und Türen erneuert und Maler, Installations- und Kanalisationsarbeiten erledigt werden.
Neuer Verein verfolgt ehrgeizige Ziele. „Verein zur Förderung von Jugend und Kultur e. V.“… …hinter diesem Namen verbirgt sich eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, arbeitslose Jugendliche zu unterstützen. Den Vorsitz des neuen Vereins, der noch beim Amtsgericht eingetragen werden muss, übernahm Emil Schmidtobreick, stellvertretender Leiter des Jugendamtes. In erster Linie möchte der Verein das Projekt „Kotten Nie“ fördern. Zur Finanzierung des ehrgeizigen Planes sollen in erster Linie Spenden dienen. Daneben sollen die Jugendlichen auch einiges selbst unternehmen um die Kasse aufzubessern Inzwischen sind viele Jahre vergangen. Der Verein hat in 2016 sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert und inzwischen einen neuen Namen bekommen, der kürzer und prägnanter ist - Förderverein Kotten Nie - Seine Ziele sind aber nach wie vor, mit einigen Ausnahmen, die gleichen geblieben. Und das Motto des Fördervereins hat sich auch nicht geändert und heißt wie immer:
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Kotten Nie ist in der Saison (Osterfeuer bis Herbstfest)

täglich Montag - Freitag in der Zeit von 10:00 bis 16:00

Uhr zugänglich.

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eventuell auch länger.

Unser Büro am Kotten Nie ist täglich Montag - Freitag

in der Zeit von 11:00 bis 15:00 Uhr geöffnet.

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Kotten Nie, über 200 Jahre alter Bauernhof im Gladbecker Osten

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In Gladbeck Ost an der Bülser Straße liegt der Kotten Nie. Er ist ein Zeuge der Gladbecker Stadtteilgeschichte, ein erhaltenswertes Überbleibsel aus der bäuerlichen Vergangenheit Gladbecks. Mit den Höfen Kruse, Dume und Hegemann gehörte der Hof Nie zum damaligen Oberhof Allinghof. 1574 wird im Vestischen Schatzzettel, einer Steuerliste des 16. Jahrhunderts, der Nie-Hof erwähnt. Hier wurden von den "Gladbeckerschen von den Nygen" (heute Nie) vier Reichstaler gefordert. Weiter erwähnt wird der Hof 1660 im Kurfürstlichen Lagerbuch und am 20.April 1698 im Taufregister Lambert. Aus jüngerer Zeit stammt eine Eintragung aus dem Jahre 1801, dem Hochzeitstag der Erbtochter Gertrud Nie mit dem Bottroper Hermann Kleine-Lohmann. 1909 verpachtet Kleine-Lohmann den Kotten Nie an den Bauern Anton Löns. Seit den 30-er Jahren ist die Stadt Gladbeck Eigentümerin des Gebäudes. Heute erinnert uns der Straßenname "Allinghof" an den ehemaligen Hofverband Allinghof. Seit dem 12.Februar 1985 steht der Hof unter Denkmalschutz.
Wiederaufbau des Kotten Nie Im Dezember 1984 wurde mit der Restaurierung des "Kotten Nie" begonnen. Der Hof "Kotten Nie" ist ein Verbleibsel aus der bäuerlichen Vergangenheit Gladbecks. Erhalten geblieben ist vom ehemaligen Hof Nie das Bauernhaus. Es ist ein für den Hellwegraum typisches Vierständer-Fachwerk-Haupthaus. Die Restaurierung des Fachwerkhauses wurde im Rahmen eines Beschäftigungsprojektes von jungen Erwachsenen durchgeführt. Jeweils 12 Arbeitsplätze für junge Arbeitslose Arbeitnehmer und 2 Arbeitsplätze für Meister wurden während der 2-jährigen Restaurierungsphase eingerichtet. Die Teilnehmer verfügten zum Teil nur über eine geringe berufliche Qualifikation bzw. hatten zum Teil nach einer Berufsausbildung keine Arbeitsstelle gefunden und waren in der Regel längerfristig arbeitslos. Durch die Vielzahl von unterschiedlichen Tätigkeiten in diesem Projekt konnten die Teilnehmer handwerkliche Qualifikationen erwerben bzw. berufliche Kenntnisse vertiefen. Die beruflichen Chancen der jungen Arbeitslosen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sollten verbessert werden. Ihnen sollte der Einstieg in die Berufstätigkeit ermöglicht werden bzw. durch die Maßnahme konnten sie zum Teil die Voraussetzungen für eine berufliche Bildungsmaßnahme erlangen. Durch die Arbeit im Projekt lernten sie unterschiedliche handwerkliche Tätigkeiten aus verschiedenen Berufszweigen kennen, u.a. Stütz- und Demontagearbeiten Herstellen von Fundamenten Zimmerer- und Schreinerarbeiten - Maurer- und Putzarbeiten Maler- und Anstreicherarbeiten - Isolationsarbeiten Fliesenlegerarbeiten.
Das Projekt wurde sozialpädagogisch begleitet, um Probleme der Teilnehmer, die sich aus einer längerfristigen Arbeitslosigkeit ergaben, wie z. B. die Verschuldung und fehlende berufliche Perspektiven, aufzugreifen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Nach Beendigung der in der Regel einjährigen Beschäftigung fand ein Teil der Teilnehmer eine feste Arbeitsstelle, ein weiterer Teil strebte eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme an und ein weiterer Teil wurde erneut arbeitslos. Das Beschäftigungsprojekt konnte insgesamt als sinnvolle Maßnahme im Rahmen der Jugendberufshilfe eingestuft werden. Das Ergebnis dieses Projektes konnte auch unter Baufachleuten vorgezeigt werden. Nach zweijähriger Restaurierung des Fachwerkhauses stand dieses für ein neues Nutzungskonzept zur Verfügung. Entwickelt wurde ein modellhaftes Projekt wohnortnaher Freizeitgestaltung, Erholung und Begegnung in Gladbeck-Ost. Der Wirtschaftsbereich des Gebäudes - die Wohnung wird vom übrigen Teil unabhängig genutzt - und die angrenzende Grünfläche von ca. 10.000 qm standen für dieses Konzept zur Verfügung. Der größte Teil des Gesamtgeländes ist eine von Wegen durchzogene Grünfläche, die im Westen einen Bolzplatz und im Süden einen Bezirksspielplatz einschließt. Diese Freiflächen sollten an Attraktivität gewinnen. Für das Konzept der Neugestaltung der Freiflächen waren pädagogische Überlegungen im Freizeitbereich, Natur- und Umweltschutzgedanken und Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit bestimmend. Die Gestaltung der Freiflächen unterlag dem Konzept einer aktiven Nutzung. Natur und Grün sollten nicht nur bloß Wegbegleitung sein, sondern erlebbar werden. Dazu gehörte die Beteiligung der Bevölkerung im Stadtteil an der Gestaltung, Realisierung und Unterhaltung (Obstbäume, Gärten, Feuchtbiotop, Bauerngarten, Vogelschutz-hecken- Naturkunde, Naturschutz). Ausgehend von der Überlegung, Beschäftigungsprojekte für junge Erwachsene zu schaffen, wurde ein wesentlicher Bereich der Neugestaltung von der Projektgruppe Natur- und Umweltschutzarbeiten durchgeführt. Zehn junge Frauen, eine Garten- und Landschaftsgärtnerin und eine Sozialpädagogin waren seit Dezember 1987 in diesem Projekt über eine Allgemeine Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung für zwei Jahre tätig. Am 1.5.1988 begannen sechs junge Erwachsene und zwei Meister mit dem geplanten Bau weiterer Gebäude (Remise, Backhaus, Pferdestall) am Kotten Nie. Durch die Gebäude wurde das Bild einer ehemaligen Hofanlage vervoll- ständigt, gleichzeitig wurde in die Gesamtkonzeption die Haltung von heimischen Tieren aufgenommen, um Kindern und Jugendlichen aus dem innerstädtischen Bereich den natürlichen Umgang mit Tieren zu ermöglichen. Bisher wurden im Kotten Nie Hühner und Schafe gehalten, nach der Fertigstellung der Gebäude sollten dort Kaninchen, Ziegen und Pferde beheimatet werden. Die Ausstattung und Nutzung des Wirtschaftsteils des Kotten Nie trägt Werkstattcharakter, er lässt Nutzungen zu, die sonst nur schwer unterzubringen sind. So wurde nach Fertigstellung der Remise mit der Instandsetzung eines Planwagens, einer Kutsche und einer Segeljolle begonnen. Über das bisherige Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Kotten Nie - Töpfer-, Spinn-, Fahrrad-, Holz-, Naturschutzgruppe und Spiel- und Sportangebote unter dem Motto "Alte Spiele, neu entdeckt" - entstanden weitere Angebote nach der Fertigstellung der Bauphase. Das Angebot im Bereich stadtteilbezogener Kulturarbeit wurde erweitert. Der Kotten Nie konnte somit auch für kleinere Veranstaltungen, wie Konzerte, Informations-abende etc. zur Verfügung stehen. Der Kotten Nie wurde für alle Bevölkerungsgruppen im Stadtteil zu einer offenen Begegnungsstätte mit einem vielfältigen und interes- santen Angebot im Freizeitbereich. Zur Unterstützung des Vorhabens in ideeller und finanzieller Hinsicht wurde der am 24.April 1986 gegründete Verein zur Förderung der Jugend und Kultur e.V. einbezogen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Jugendamt hatten der Vorstand und weitere Mitglieder des Vereins auf ehrenamtlicher Basis die vorgenannten Projekte mit unterstützt bzw. eigenverantwortlich geführt. Der Verein wollte darüber hinaus weitere Projekte initiieren und langfristig Dauerarbeitsplätze schaffen. Das Projekt konnte nur durch erheblichen finanziellen Aufwand der Stadt Gladbeck und finanzielle Unterstützung des Landes und der Bundesanstalt für Arbeit realisiert werden.
Am Donnerstag, dem 04.Juli 1985, war es soweit: „Richtfest am Kotten Nie“ Grüne Zweige symbolisierten die Fertigstellung des ersten Abschnittes einer Arbeitsbeschaffungs-maßnahme für arbeitslose Jugendliche, die am 01.Dezember 1984 begonnen wurde. Über den Erfolg konnten sich neben den 12 jungen Männern zwischen 19 und 21 Jahren auch Mauermeister Franz Körbel und Schreinermeister Arnold Siedlaczek, sowie Sozialarbeiterin Ingrid Klefke freuen. Weitere 18 Monate Restaurierungsarbeiten folgten. Bis der Kotten zu einem Denkmal werden kann, das an die bäuerliche Vergangenheit Gladbecks erinnert müssen noch Fensterrahmen, die Fachwerkkonstruktion des Tennen Tores und Türen erneuert und Maler, Installations- und Kanalisationsarbeiten erledigt werden. Neuer Verein verfolgt ehrgeizige Ziele. „Verein zur Förderung von Jugend und Kultur“ hinter diesem Namen verbirgt sich eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, arbeitslose Jugendliche zu unterstützen. Den Vorsitz des neuen Vereins, der noch beim Amtsgericht eingetragen werden muss, übernahm Emil Schmidtobreick, stellvertretender Leiter des Jugendamtes. In erster Linie möchte der Verein das Projekt „Kotten Nie“ fördern. Zur Finanzierung des ehrgeizigen Planes sollen in erster Linie Spenden dienen. Daneben sollen die Jugendlichen auch einiges selbst unternehmen um die Kasse aufzubessern Inzwischen sind viele Jahre vergangen. Der Verein hat in 2016 sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert und einen neuen Namen bekommen, der kürzer und prägnanter ist - Förderverein Kotten Nie - Seine Ziele sind aber nach wie vor, mit einigen Ausnahmen, die gleichen geblieben. Und das Motto des Fördervereins hat sich auch nicht geändert und heißt wie immer:
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